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28.08.2019

Das Internet wird 50 Jahre alt

Ein weiterer großer Jahrestag: Am 30. August 1969 wurde der erste Knoten des ARPANET in Betrieb genommen, dem Vorläufer des Internets. Inzwischen ist mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung per Internet vernetzt.

Im September vor 500 Jahren startete Fernando Magellan zur ersten Weltumsegelung, vor 500 Jahren starb im Mai Leonardo da Vinci, im Juli vor 50 Jahren betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Mond – dieses Jahr ist voller großer Jahrestage. Nun steht ein weiterer ins Haus: Das Internet wird 50. Es verändert die Welt jeden Tag ein wenig mehr.

Die konkreten Arbeiten an dem, was zum Internet wurde, begannen Ende der 60er Jahre. Beteiligt am Projekt waren die Organisation ARPA (Advanced Research Projects Agency) des Pentagons sowie eine Forschergruppe unter der Leitung des Massachusetts Institute of Technology. Sie schufen das ARPANET (Advanced Research Projects Agency Network). Das Ziel war ein dezentrales Netz, um amerikanische Universitäten miteinander zu verbinden, die für das Verteidigungsministerium der USA forschten.

Wie viele Dinge waren die Anfänge zu Beginn klein und bescheiden: Das ARPANET sollte zunächst vier Universitäten in den USA miteinander verbinden. Der erste Knoten des ARPANET, ein sogenannter Host an der Universität von Los Angeles, nahm am 30. August 1969 seinen Betrieb auf. „Er legte die Grundlage für das Internet und eine weltweite Erfolgsgeschichte“, sagt der Verband Bitkom.


Das ARPANET gibt’s nicht mehr. Dafür wächst das Internet immer weiter: Im vergangenen Jahr war nach Zahlen der International Telecommunications Union (ITU) erstmals mehr als die Hälfte der gesamten Weltbevölkerung online. Demnach nutzten 2018 rund 3,9 Milliarden Menschen das Internet. 2001, als diese Zahlen erstmals erhoben wurden, waren es gerade einmal 495 Millionen oder 8 Prozent der Weltbevölkerung.



In Deutschland nutzen nach Zahlen der Statistikbehörde Eurostat 92 Prozent der Menschen zwischen 16 und 74 Jahren das Internet – 57 Millionen Personen.

Die E-Mail wurde eine Art Killer-Anwendung

„Die Köpfe hinter dem Arpanet hatten die Vision, Computer miteinander zu vernetzen, um den wissenschaftlichen Austausch voranzubringen. Sie stellten dabei die bis dato gültigen Regeln der Punkt-zu-Punkt-Kommunikation auf den Kopf. Niemand konnte vor 50 Jahren ahnen, wie sehr dieses Vorhaben die Welt verändern würde“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Wir sollten uns öfter an die Geschichte des Arpanets erinnern, wenn wir über Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz oder Blockchain sprechen.“

Bis das ARPANET nach dem Startschuss im August 1969 wirklich Computer vernetzte, verging aber noch etwas Zeit. Der zweite Knotenpunkt wurde am 1. Oktober in Stanford aktiviert. Und deshalb könnte man auch den 29. Oktober 1969 als Geburtstag des Internets bezeichnen: An diesem Tag wurde die erste gelungene Internetbotschaft versendet, von der University of California in Los Angeles an das 400 Meilen entfernte Stanford Research Institut.

Es dauerte bis Dezember, bis auch Santa Barbara und die Universität von Utah angeschlossen waren. Obwohl nach dem Start des ARPANET schrittweise weitere Knoten hinzukamen, dauerte es noch drei Jahre, bis das Wachstum des Netzes richtig Fahrt aufnahm: 1972 wurde mit der E-Mail eine Art Killer-Anwendung für das junge Netz öffentlich vorgestellt. Waren davor durch das Arpanet in erster Linie Computer miteinander verbunden, so wurden nun Menschen vernetzt. Als Erfinder der E-Mail gilt Raymond Samuel Tomlinson, der auch gleich das @-Zeichen einführte.

Das World Wide Web, das viele heute mit dem Begriff Internet verbinden, kam übrigens erst viel später und setzte 1989 auf die bereits vorhandene Vernetzung der Computer auf.



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